
Kurzbiographie Palmer
Ende 1980, nach über siebenjähriger Erfahrung im Beschallungsbereich und Tätigkeit als alleiniger Servicetechniker für verschiedene Musikgeschäfte im Raum Frankfurt am Main wurde die Firma Martin Schmitz Musikelektronik gegründet. Unter dem Label „Palmer Musical Instruments“ wurden zunächst Gitarren- und Bassverstärker auf Vollröhrenbasis hergestellt. Die ersten Prototypen konnte man schon 1979 auf der Musikmesse, die noch Teil der Frühjahrsmesse war, am Stand von DiMarzio testen. 1981 war Palmer dann mit eigenem Stand auf der nun eigenständigen Musikmesse vertreten. Als weitere Produkte kam eine Serie von passiven Frequenzweichen dazu, die über die befreundete Firma Adam Hall GmbH vertrieben wurden.
Mit Beginn der 2 Hälfte der 80ziger Jahre wurden die benötigten Transformatoren nicht mehr von der Firma Pikatron zugekauft, sondern im eigenen Haus gefertigt. Durch den Einstieg in die Wickeltechnik konnten nach und nach zu vernünftigen Preisen alle Arten von Audioübertragern gefertigt werden. Als Folge davon entstanden Produkte wie DI-Boxen, Split-Boxen und Signal-Trennübertrager.
Mit dem Ausverkauf der westlichen Röhrenproduktion und den größtenteils grausamen Qualitäten chinesischer Ware wurde die Herstellung von Röhrenverstärker zum Roulette-Spiel. Als konsequente Entscheidung wurde die Produktion 1989 eingestellt.
Die Palette der Peripherie-Geräte war nun soweit gewachsen, dass eine Auftrennung zwischen der Musikersparte und dem Beschallungsmarkt sinnvoll erschien. Als zweites Label entstand „Palmer Audio Tools“, den Vertrieb aller Produkte übernahm die Adam Hall GmbH.
Auf der Musikmesse 1989 wurde in Frankfurt erstmals der mittlerweile legendäre Speakersimulator PDI03 vorgestellt, eine spezielle DI-Box, die erlaubt, Gitarren(röhren)verstärker unter Umgehung von Mikrofonabnahme direkt ins Mischpult zu spielen, der typische Klang einer Gitarrenbox wird durch spezielle Filter realistisch wiedergegeben. Von dem beginnenden, boomenden Homerecording-Markt wurde das Produkt begeistert aufgenommen. Zudem hatte der damalige englische Vertrieb für Palmer „Gladden Audio“ beste Beziehungen zu vielen relevanten Tonstudios sowohl in England als auch in den USA. Auch hier wurde das PDI03 euphorisch angenommen, die englische Presse stilisierte das Produkt zum „Holy Grail“ hoch und selbst ein Verweigerer wie Keith Richards „couldn’t deny that thing“, wie er in einem Interview erklärte. Der tragische Tiefschlag erfolgte jedoch unmittelbar in Form eines Amerikanischen Patentes, das auch als Europäisches Patent übernommen wurde. Aspen Pitman/Groove Tubes hatte aus unerfindlichen Gründen ein Patent für seinen „Speaker Emulator“ erteilt bekommen und verfolgte gnadenlos Rocktrons „Juice Extractor“, Marshalls „SE100“, die H&K „Redbox“ und natürlich auch Palmer mit dem PDI03. Um einem unkalkulierbaren Prozess vor amerikanischen Gerichten auszuweichen, blieb nicht anderes übrig, als das Produkt einzustellen. Das Patent ist 2004 ausgelaufen.
Anfang der 90ziger Jahre wurde die Grundlage für viele „Audio Tools“ gelegt, die ständig im Detail verbessert wurden und mit zeitgemäßem äußerem Design noch heute erhältlich sind. Stellvertretend sei der Signalverteiler für Pressekonferenzen PPB20 genannt, der zumindest in Deutschland zum Quasi-Standard geworden ist. Über 30 Geräte kamen in Athen während der Olympiade 2004 zum Einsatz.
Entgegen dem propagiertem „Geiz ist geil“ findet auf Dauer Qualität zu angemessenem Preis offensichtlich doch ihren Markt. 1998 waren bei Palmer alle Ressourcen, die Produktion zu erhöhen, um damit einer Forderung des Vertriebes nachzukommen, erschöpft. Die solide gute Beziehung über Jahre gewachsen, Palmer erledigt auch den Service für andere elektronische Produkte aus dem Hause Adam Hall - führten zu einem Zusammenschluss. Palmer ist seit dem integraler Teil der Adam Hall GmbH. Die Abteilung „Palmer“ steht unter der Leitung von Martin Schmitz. Im Jahr 2006 wurden 10 Mitarbeiter beschäftigt, alle „Audio Tools“ und Geräte aus den „Musical Instrument“ Bereich werden mit großer Fertigungstiefe (Platinenbestückung, Transformatorenfertigung, Teile der Kleingehäusefertigung, Siebdruck im eigenen Haus) in der Nähe von Frankfurt am Main hergestellt. Die Nähe zur Produktion und konsequente Überprüfung des Produktes auf dem Weg der Fertigstellung machen sich für Hersteller und Käufer bezahlt: die Retourquote liegt im einstelligen Promillebereich.