DI-Boxen sind wirklich keine Erfindung von heute, daher sollte man glauben, Funktionen und Einsatzgebiet seien hinreichend bekannt. Nachdem aber sogar in einer Fachzeitschrift eine DI-Box als Brummkiller im 19“ Rack angepriesen wurde, möchten wir doch kurz die Aufgaben und Möglichkeiten von Palmer DI Boxen erläutern.
Am einfachsten kann man sich die Funktionen einer DI-Box verdeutlichen, wenn man den Weg ihrer Entstehung betrachtet. In der „elektronischen Steinzeit” gab es nur akustische Musikinstrumente, die mit Mikrofon aufgenommen wurden. Als die ersten elektronischen Musikinstrumente zum Einsatz kamen, hat man zunächst entsprechend ein Mikrofon vor die Schallquelle – nämlich den Lautsprecher – gestellt. Bis jemand auf die Idee kam, sich diesen Umweg der elektrischen/akustischen Signalwandlung über Lautsprecher/Mikrofon zu sparen und das vorhandene elektrische Signal des elektronischen Musikinstrumentes direkt ins Mischpult einzuspeisen. Da aber das elektrische Signal des Musikinstrumentes nicht unbedingt kompatibel zu einem Mikrofon-Ausgangssignal ist, mußte eine Box her, die eine entsprechende Wandlung vornimmt, eben die DI-Box. Üblicherweise erfüllt sie drei Aufgaben: 1. Sie reduziert den vom elektronischen Musikinstrument abgegebenen Line-Pegel auf Mikrofonpegel, um den Mischpulteingang nicht zu übersteuern. 2. Fast alle Musikinstrumente haben einen unsymmetrischen Ausgang, Mikrofone sind dagegen symmetrisch belegt, also muß das unsymmetrische Signal symmetriert werden. 3. Die abgegebenen Signale sind mittel- bis hochohmig, Mikrofone dagegen niederohmig, nominell ca. 200 Ω. Daher muß durch die DI-Box auch noch eine Impedanzwandlung vorgenommen werden. Zentraler Baustein einer DI-Box ist ein Übertrager, dadurch fällt als Nebeneffekt auch noch eine galvanische Trennung zwischen elektronischem Musikinstrument und Mischpult an. Dies wiederum bewirkt, daß Erdschleifen und das damit verbundene Brummen wirkungsvoll unterdrückt werden. Nun ist klar, warum eine DI-Box nicht zur galvanischen Trennung mit einem Übertragungsfaktor 1:1 geeignet ist. Im Einzelfall mag es mit einer aktiven DI-Box möglich sein, dies zu tun (PAD in 0 dB Position), aber man arbeitet dann im Grenzbereich der DI-Box, denn der Ausgangspegel der Box liegt per Design im Mikrofonbereich und nicht bei den z.B. von Rundfunkanstalten geforderten +22 dBu für Line-Pegel.