Was ist eine Line Isolation Box?

Sie werden kurz auch als Line-Boxen bezeichnet. Im Gegensatz zu DI-Boxen besteht – was Impedanz und Pegel betrifft – bei Line-Boxen ein Übersetzungsverhältnis von 1:1 zwischen Ein- und Ausgang. Line-Boxen benutzt man, um Erdschleifenprobleme zu lösen. Zum Schutz vor Stromschlägen sind sehr viele Geräte in Metallgehäusen mit einem Netzstecker mit Schutzkontakt (Schukostecker) ausgerüstet.  Der Schukostecker verbindet damit das die Elektronik umgebende Gehäuse mit Erde. Er sorgt so im Fehlerfall dafür, daß der Benutzer mit keinen geführlichen Spannungen in Berührung kommen kann. Verbindet man nun zwei solche Audiogeräte miteinander durch eine abgeschirmte Leitung, kann eine Erdschleife auftreten, die einen Brummton erzeugt (50/60 Hz Brummen). Dahinter verbirgt sich folgender Sachverhalt: Im Idealfall sollte das Erdpotential immer 0 Volt betragen. Durch z.B. unterschiedlich lange Kabelwege und eine Fülle anderer komplexer Einflüsse kann das Erdpotential aber von diesen 0 Volt minimal abweichen. Verbindet man nun zwei Geräte, die an unterschiedlichen Erdpotentialen liegen mit einer zusätzlichen Masseleitung, so kann zwischen beiden Geräten ein Ausgleichsstrom fließen. Dieser Strom überlagert sich dem Audiosignal und verursacht das Brummen. Keinesfalls darf man in diesem Fall den Schutzkontakt abklemmen, denn nur er garantiert, daß im Fehlerfall der sehr hohe Kurzschlußstrom nach Erde abfließt, ein Audiokabel, über das ja auch die Erdung erfolgt, ist vom Querschnitt und der Art der Steckverbindung dazu nicht geeignet.
Die sicherste Art, eine Erdschleife zu unterbinden, ist die galvanische Trennung der Geräte voneinander, d.h. dafür zu sorgen, daß keine leitende Verbindung mehr zwischen den Geräten besteht. Ein hochwertiger Audioübertrager ist dafür ein geeignetes Mittel, denn im Übertrager werden die Signale nur durch magnetische Wechselfelder umgesetzt, es besteht keine leitende Verbindung zwischen Eingang- und Ausgangswicklung. Damit nun ein solcher Übertrager nicht das Signal verfälscht (Klirrfaktor, Soundeinbuße) muß er seinem Verwendungszweck entsprechend angepaßt sein. In der Audiotechnik haben sich zwei Arten von Line-Pegel als Technikstandard herausgebildet: Der professionelle Line-Pegel mit einer nominellen Höhe zwischen 0 bis 6 dBu (0.775 V bis 1.55 V), max. +20 dBu, entsprechend einer Spannung von 7.75 Volt bei einer nominellen Impedanz der Quelle von 600 Ω und der semiprofessionelle oder Konsumergeräte Pegel. Er liegt mit nominell -10 dBV (ca. 0.3 V) niedriger, die nominelle Impedanz beträgt aber 10 kΩ. Da ein Übertrager sowohl symmetrisch wie unsymmetrisch betrieben werden kann, sind Line-Boxen auch ein geeignetes Mittel, um unsymmetrische Kabelwege in symmetrische und umgekehrt zu wandeln.